Die
Historie der auf diesem Grundstück befindlichen Gebäude ist recht lebhaft. So
wechselte allein in der Zeit von 1900 bis 1950 immerhin sechsmal der Eigentümer.
Das Haus ist quasi eine immer wieder hin und her geschobene Immobilie. Als
erster bekannter Eigentümer ist 1836 Carl Anton Johanning (1808-1856)
namentlich erwähnt, der 1836 Maria Catharina Bergmann (1802-1838) heiratet.
Eine Tochter, Maria Elisabeth (*1837), entstammt der Ehe. Das Mädchen stirbt
allerdings 10 Monate später. Carl Antons Bruder Johann Heinrich Ferdinand wird
daraufhin Eigentümer des knapp 650 m² große Grundstücks.
Er blieb wohl unverheiratet, zumindest ist eine Heirat in Steinfeld nicht
registriert. Ursprünglicher Name der Johannings war Janning. Der Vater der
beiden Brüder war Johan Henrich Janning, dessen Wurzeln im damaligen Kirchspiel
Damme (heute Damme, Holdorf, Neuenkirchen) liegen dürften. Er heiratete Anna
Maria Elisabeth Rolfes (1796). Als nächste Eigentümerin ist Josefine Decker
(*1865) aufgeführt. Inwieweit diese mit den Johannings verwandt ist, kann nicht
geklärt werden. Josefine Decker war Tochter von Arnd Henrich Decker (1832-1876)
und der aus Holdorf stammenden Elisabeth Bernadina Mairose, die nach dem Tod
ihres Mannes 1879 den Witwer Henrich Arnd Krapp heiratet.
Als
um 1900 dem Haus die Brandkassennummer 135 zugeteilt wurde, ist Josefine Krebeck
als Eigentümerin vermerkt. Diese verkauft 1913 an Johann Josef Wienhold. 1927
ist Bernard Joseph Bahlmann als Eigentümer vermerkt, dessen Töchter Caroline
und Elisabeth zwischenzeitlich ein Putzmachergeschäft betrieben. Bahlmann
wiederum verkaufte 1944 an Heinrich von der Assen, dieser veräußert das
Anwesen am 13. Oktober 1949 an August Jürgens. Flüchtlingsfamilien wie Kalous
oder Haupt aus den Osten fanden dort nach dem II. Weltkrieg in einer schweren
Zeit ihre erste Bleibe. Ein erstes Zuhause fand hier auch die Landesparkasse zu
Oldenburg, bevor sie in das Haus des heutigen Restaurants „Athen“ (siehe Nr.
32) umzog.
Bereits 1936
war August Jürgens (* 1911 Freren, + 1998) auf eine Annonce in einem
Handwerksblatt hin, als Schuhmachermeister beim Schuster Deters (später Rohe sh
Nr. 8) eingestellt worden, wo er auch seine Frau Berta Moormann kennen lernte.
Er kam nach dem Kriegsdienst 1945 erneut nach Steinfeld und machte sich selbstständig.
In einem Buch über den Landkreis Vechta heißt es über das Schuhgeschäft
August Jürgens: „Das Ziel ein eigenes Geschäft zu erreichen, war nicht
leicht. In einer kleinen Werkstatt im schwiegerelterlichen Hause begann er
Pfennig für Pfennig zusammenzutragen. Äußerste Sparsamkeit, persönliche
Opfer waren notwendig – aber das Ziel wurde geschafft“.
1949 konnte er zusammen mit
seiner Frau Bertha (geb. Moormann sh. Nr. 16)
das heutige Geschäftshaus eröffnen. Fünf Kinder Claus, Arnold, Gerd,
Gabriele und Marie Theres, waren das zählbare familiäre Ergebnis der 1941 in
Lastrup geschlossenen Ehe. Heute wird das Geschäft von Claus Jürgens (* 1944
zusammen mit seiner Frau Marianne (*1952) weiterge führt. Zur Familie zählt
auch Sohn Stefan Jürgens (*1980).