Heimatverein Steinfeld e.V.
- Geschichten -

Die neue Kirche wird gebaut
von Stephan Honkomp
Der Zufall machte es wieder möglich. So fanden wir  im Keller des Rathauses das Protokoll mit dem historischen Beschluß zum Neubau der St. Johannes Kirche. Hier der Text aus dem Jahre 1893:

Steinfeld - am 29.12.1893 in der Wohnung des Gemeindevorstehers.
Gegenwärtig Bauarchitekt Rinklage, Pfarrer Schlichting und der Gemeindevor-steher Wilberding. Zur heutigen Gemeinderatssitzung vorschriftsmäßig geladen waren alle  vollzählig erschienen. Es kam folgendes zur Behandlung. 
1) Da am 13. November d.J. in der Gemeinderatssitzung beschlossen worden ist, in Steinfeld eine neue Kirche zu bauen, wenn die freiwilligen und die testamentarischen Zeichnungen derartig hinreichen. Ist mit dem Bauarchitekt Rinklage aus Münster ein Contrakt abgeschlossen, er wolle eine Skizze aufstellen nebst dem Kostenpunkt der neuen wie der alten Kirche zum Abbruch. Vorbenannten Kostenpunkt nebst die Skizze hat Herr Rinklage dem Gemeinderat vorgelegt, einzel durchgenommen und erörtert, stellte sich heraus, daß die ganze Bausumme auf eine Summe von 87.000,- Mark beträgt. Wurde von Herrn Pfarrer Schlichting die Versicherung gegeben, daß jetzt in allem 90.000,- Mark zu diesem vorgenannten Bau zur Verwendung stehen (kommen). 
Diese Gelder sind insgeheim zu freiwilligen Zeichnungen gekommen, worüber Pfarrer Schlichting nur allein die Verwaltung hat, diese Gelder zu haben, sollte benannter Pfarrer vorher sterben, bis das dieser Bau ganz entwickelt ist, so soll sein Nachfolger in dessen Stelle treten. 
Wurde mehrfach berathen, geäußert und einstimmig beschlossen, eine neue Kirche nach der bezeichneten Skizze zu bauen. Mit Genehmigung der obrigkeitlichen Behörden
2) Ferner wurde mit Herrn Rinklage vorläufig ein mündlicher Contrakt abgeschlossen. Derselbe übernimmt die ganzen Zeichnungen, die zu unserer neuen Kirche notwendig sind. Das heißt für die obrigkeitlichen Behörden und auch daß die Unternehmer dieselben ihre Arbeiten danach gründlich ausführen können. Ferner hat Herrn Rinklage die gänzlichen Aufsichten, die bei der Kirche erforderlich sind übernommen und infolge auszuführen. Zu einem Preise von 3.600 Mark. Es wird noch bemerkt, dass die Zeichnungen und Aufsichten von heute unberechnet sind und worüber Herr Rinklage einen speziellen schriftlichen Kontrakt einschicken wird. 
beglaubigt Wilberding Gem.Vorst.
 

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