Heimatverein Steinfeld e.V.

Alter Torbalken erinnert an das Jahr 1709
Bericht von Stephan Honkomp

Am vergangenen Donnerstag (14. August 2008) ließ die Gemeinde Steinfeld das so genannte Teigelmester-Haus an der Ziegelstraße in Steinfeld abbrechen. Mit dem Abriss des über hundert Jahre alten Backsteinbaus an der ehemaligen Zufahrt zur Dampfziegelei Wilberding, der heutigen Ziegelstraße, schafft die Gemeinde die Voraussetzungen für die Realisierung eines Neubauprojekts in der Nachbarschaft der Don-Bosco-Schule.
Das Gebäude, dass sich bis zuletzt im Besitz der Familie Deters befand, diente bis zur Schließung des ersten Steinfelder Industriebetriebs Anfang der siebziger Jahre und auch später als Unterkunft für die Familie des langjährigen Ziegelmeisters Clemens Deters, daher auch der Name „Teigelmesters-Hus“. Vorher stand das ursprünglich als Fachwerkhaus errichtete Gebäude an der Kreuzung der heutigen Kroger Straße und Großen Straße auf dem damaligen „Dultmeyer / Bergmann“ Grundstück, von wo das Haus um 1900 an die Ziegelstraße „transloziert“ wurde.

Freigelegt wurde bei Abrissarbeiten auch ein bis dahin nicht sichtbarer Balken. Nach erster Überprüfung durch den Steinfelder Heimatverein könnte dieser auf Anfang des 18. Jahrhundert datiert und dem Steinfelder Vogt Johannes Buschenhenke (Vogt von 1684 bis 1723) zugeordnet werden. Der Balken ist nach den Inschriften bei Overmeyer (1685) und Willenbrink (1700) der drittälteste Zeuge alter Fachwerkbaukunst. Auf Anhieb waren nur Fragmente eines Torbogenspruchs „WILS TU GOTTES SEGEN SCHAWEN SO THVE AVCH VERTRAVEN ....... NAHMEN BAVET“ zu erkennen. Dann folgen die Namen JOHAN BUSCH... und MARIA AGNES CAESAR: Letztere war die dritte Ehefrau des Vogtes Buschenhenke, die er im Jahre 1709 zur Frau nahm. Kinder hatten die beiden allerdings nicht mehr. Den historischen Balken stellte nun der Heimatverein sicher. Restaurator Josef Willenbrink hat sich der Sache erst einmal angenommen.


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