Heimatverein Steinfeld e.V.

Absturz einer Junkers 88 S
Bericht von Stephan Honkomp

Absturz einer Junkers 88 S (Bomber)

In den frühen Abendstunden des 29. Januar 1944 startete die Junkers vom Flugplatz Diepholz zum Feindflug. Vermutlich geriet die Maschine kurz nach dem Start in Schwierigkeiten. Es könnte ein Triebwerksproblem gewesen sein. Das war das Problem der J 88 S, von der übrigens 5.100 Maschinen gebaut wurden. Trotz der kräftigen, für die Beförderung großer Bomben- und Außenlasten optimierten, Motoren waren die Flugeigenschaften bei Ausfall eines Triebwerks problematisch. Ein "Einmotorenflug" war nur bei einem Gewicht von weniger als 10.500 kg möglich.
Es blieb wohl kaum Zeit die so überladene Maschine manuell rechtzeitig zu entleeren. Wenngleich man es versuchte, denn einige kleine Bombentrichter sind in diesem Bereich noch heute zu sehen, so Hubert Krapp. Die JU 88 kam auf alle Fälle bei ihrem Start Richtung Westen nicht nennenswert hoch, verlor beim Überqueren der Dammer Berge im Bereich des Schemder "Bökenbergs" weiter an Höhe, kam mit den Bäumen in Kontakt und zerbrach in "tausend Teile" wie Augenzeuge Franz Ehrenborg, damals 15 Jahre alt, zu berichten weiß. Ort des Absturzes lag beim heutigen Haus Saffarek und dem Altenteiler des Hofes Krapp. Die Maschine war mit Brandbomben geladen und brannte lichterloh (es war taghell) völlig aus. Pilot und Beobachter verrannten vermutlich in der Maschine, während die anderen beiden der vier Besatzungsmitglieder beim Absturz herausgeschleudert geschleudert wurden. Ihre zerschmetterten Körper wurden aus den Bäumen geborgen. Einer der beiden war der 31 Jahre alte Unteroffizier Martin Bitriol aus Riesa. Er war der Bordschütze und bei dieser Bomberversion auch der jenige der die Bombenziele dokumentierte. Sein Leichnam per Bahn nach Riesa verschickt wurde. Dort wurde er auf dem Ev.-Luth. Trinitatisfriedhof mit 410 weiteren Weltkriegsopfern begraben - Block 11, Reihe 30, Grab 29. Er hinterließ damals eine junge Familie mit zwei Kindern zwei und vier Jahre alt. Bitriols Sohn Heinrich besuchte vor einigen Wochen mit dem damaligen Augenzeugen Franz Ehrenborg die Absturzstelle unweit des Bökenberg Gipfels.


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