Absturz einer Junkers 88 S (Bomber)
In den frühen Abendstunden
des 29. Januar 1944 startete die Junkers vom Flugplatz Diepholz zum
Feindflug. Vermutlich geriet die Maschine kurz nach dem Start in
Schwierigkeiten. Es könnte ein Triebwerksproblem gewesen sein. Das war das
Problem der J 88 S, von der übrigens 5.100 Maschinen gebaut wurden. Trotz
der kräftigen, für die Beförderung großer Bomben- und Außenlasten
optimierten, Motoren waren die Flugeigenschaften bei Ausfall eines
Triebwerks problematisch. Ein "Einmotorenflug" war nur bei einem Gewicht von
weniger als 10.500 kg möglich.
Es
blieb wohl kaum Zeit die so überladene Maschine manuell rechtzeitig zu
entleeren. Wenngleich man es versuchte, denn einige kleine Bombentrichter
sind in diesem Bereich noch heute zu sehen, so Hubert Krapp. Die JU 88 kam
auf alle Fälle bei ihrem Start Richtung Westen nicht nennenswert hoch,
verlor beim Überqueren der Dammer Berge im Bereich des Schemder "Bökenbergs"
weiter an Höhe, kam mit den Bäumen in Kontakt und zerbrach in "tausend
Teile" wie Augenzeuge Franz Ehrenborg, damals 15 Jahre alt, zu berichten
weiß. Ort des Absturzes lag beim heutigen Haus Saffarek und dem Altenteiler
des Hofes Krapp. Die Maschine war mit Brandbomben geladen und brannte
lichterloh (es war taghell) völlig aus. Pilot und Beobachter verrannten
vermutlich in der Maschine, während die anderen beiden der vier
Besatzungsmitglieder beim Absturz herausgeschleudert geschleudert wurden.
Ihre zerschmetterten Körper wurden aus den Bäumen geborgen. Einer der beiden
war der 31 Jahre alte Unteroffizier Martin Bitriol aus Riesa. Er war der
Bordschütze und bei dieser Bomberversion auch der jenige der die Bombenziele
dokumentierte. Sein Leichnam per Bahn nach Riesa verschickt wurde. Dort
wurde er auf dem Ev.-Luth. Trinitatisfriedhof mit 410 weiteren
Weltkriegsopfern begraben - Block 11, Reihe 30, Grab 29. Er hinterließ
damals eine junge Familie mit zwei Kindern zwei und vier Jahre alt. Bitriols
Sohn Heinrich besuchte vor einigen Wochen mit dem damaligen Augenzeugen
Franz Ehrenborg die Absturzstelle unweit des Bökenberg Gipfels. |